NFV-Verbandsspitze beim Vereinsdialog im emsländischen Holte

 

Der SV Holtensia Holte ist ein symphatischer Verein. Mit seinen 241 Mitgliedern gehören die Emsländer zu den kleineren Klubs im Niedersächsischen Fußballverband. Umso stärker sind der Zusammenhalt und die große Hilfsbereitschaft. Beim jüngsten Vereinsdialog mit der Verbandsspitze im Klubheim von Holtensia war dies zu spüren.

Rekordverdächtig ist unter anderem der geringe Mitgliedsbeitrag. 40 Euro zahlt eine dreiköpfige Familie pro Jahr. Das Motto „Jeder hilft Jedem“ ist bei Holtensia Holte keine leere Floskel, sondern Programm. Ein Beispiel, das dies eindrucksvoll belegt: Wenn im Frühjahr und Herbst die zahlreichen Banden gereinigt werden müssen, gibt es genug Helferinnen und Helfer, die diese Arbeit gerne übernehmen. So ist es nicht verwunderlich, dass der „kleine Dorfverein“ – wie er sich selbst nennt – von der heimischen Wirtschaft eine große materielle und auch finanzielle Unterstützung erhält.

Hervorzuheben ist ein weiteres Beispiel: Seit kurzem hat der Verein im Bereich der Tribüne auf dem Hauptplatz eine komplette, zwar gebrauchte, aber keinesfalls ausgediente Küche eingebaut. Gespendet von einer Familie, die sich wie alle beim SV wohlfühlt und damit einen großen Beitrag zum harmonischen Vereinsleben geleistet hat. Kostenlos! Ebenso wie eine Küchenfirma aus dem benachbarten Herzlake, die diese komplette Anlage vor Ort demontiert und ins Stadion geliefert hat. Danach montierte ein Vereinsmitglied die Küche im Verkaufsstand an der überdachten Tribüne.

Ein weiteres vorbildliches Beispiel: Große Resonanz gab es auch beim Arbeitseinsatz Anfang des Jahres, als zahlreiche Helferinnen und Helfer beim Frühjahrsputz im Stadion mithalfen, Maulwurfsperren einsetzten, die Pflasterung ausbesserten, die Tornetze reinigten und die gesamte Sportanlage mit drei Rasenplätzen vom Laub und Müll befreiten. Trotz des miesen Wetters nahmen 27 Mitglieder zwischen 15 und 60 Jahren am Arbeitseinsatz teil. „So macht Ehrenamt richtig Bock“, betonte der 1. Vorsitzende Michael Kohnen.

Fußball wird natürlich auch gespielt beim SV Holtensia Holte. Zu den zwei Herrenmannschaften – die Erste spielt in der 2. Kreisklasse – zählen insgesamt rund 50 Fußballer. Die zwei Juniorinnen- und acht Juniorenteams spielen in Jugendspielgemeinschaften mit benachbarten Vereinen. Eine Sporthalle, die demnächst abgerissen und danach neu aufgebaut wird steht auf dem Sportgelände und komplettiert die ausgezeichnete Infrastruktur für den SV Holtensia Holte.

Der „junge“ Vorstand ist personell generationsmäßig breit aufgestellt und mit Fußballern zwischen 20 und 50 Jahren kompetent besetzt. „Junge Leute binden junge Leute“, ist sich der zweite Vorsitzende und Fußballobmann Udo Stubbe sicher. Aber wie schafft es der Verein, immer wieder genügend Helferinnen und Helfer für die Arbeitseinsätze zu gewinnen? „ich spreche unsere Leute unter vier Augen an. Dann sagen sie so schnell nicht einfach nein. Bei einer Anfrage über WhatsApp bekommt man eher eine Absage“, nennt 1. Vorsitzender Kohnen sein Erfolgsrezept.

Kinder für die Nachwuchsteams zu gewinnen gestaltet sich da etwas schwieriger. „Die Kinder und Jugendlichen kommen nicht mehr automatisch zu uns. „Wir telefonieren mit ihnen und den Eltern, ums sie für uns zu gewinnen“, verrät Kohnen. Beeindruckt von diesen und den anderen Aktionen zeigte sich die Verbandsspitze: „Hier wird viel bewegt“, brachte es NFV-Präsident Günter Distelrath auf den Punkt und fügte hinzu: „Ihr seid eine motivierte, begeisternde Vorstandsmannschaft, die ihren Blick nach vorne richtet.“ Begleitet wurde er von NFV-Vizepräsident Dieter Ohls, der den Vereinsdialog moderierte, sowie NFV-Direktor Steffen Heyerhorst, Sebastian Ratzsch, Referatsleiter Nachhaltigkeit, Hubert Börger, Kreisvorsitzender Emsland und sein Vertreter Heinz-Gerd Evers.

Keine Frage: Der SV Holtensia Holte ist gut aufgestellt. Ein großes Problem gibt es dennoch: Es fehlen Trainer und Betreuer für die Nachwuchsteams. „ Es wird immer schwieriger, junge Leute zu überzeugen und für ein Ehrenamt zu gewinnen“, beklagt der Vorstand. Hubert Börger und Heinz-Gerd Evers, die das Nachwuchsproblem im Kreis Emsland kennen, sind sich dennoch sicher, dass Holtensia eine gute Zukunft hat: „Bei Euch wird nicht nur verwaltet, sondern gestaltet.“

Auch wenn der Spruch häufig benutzt wird: auf den SV Holtensia Holte mit seinen 241 Mitgliedern trifft er zu 100 Prozent zu: Er ist klein, aber fein, was der Duden wie folgt beschreibt: klein, aber tüchtig, stark, leistungsfähig, gut und beachtlich.

Reiner Kramer

Kommentare sind geschlossen.